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Die zwei eingeweihten Bunker sind erst der Anfang des Etzellehrpfades
„Jede Armee braucht Truppen – unsere Truppe ist der Freundeskreis!“ begrüsst Bruno Frick die Gäste zum offiziellen Festakt. Diese Truppe, die Werksgruppe Etzel unter der Leitung von Hansruedi Kamer, hat es mit viel Engagement und unzähligen Arbeitstunden überhaupt erst ermöglicht, dass zwei der vielen ehemals geheimen Festungsanlagen rund um den Etzel nun der Bevölkerung zu Besichtigungen offen stehen. „Mit dieser Einweihung fängt das zweite Leben der Bunker an, und zwar das schönere.“ schmunzelt Bruno Frick. Mit dem A 7149 Schindellegi 6 und A 7147 Kaltenboden 2 ist jedoch erst der Anfang gemacht. Die Stiftung beabsichtigt, noch weitere Anlagen rund um den Etzel zu erwerben, wieder herzustellen und mit Waffen und authentischen Gegenständen auszurüsten, damit der Bevölkerung in zwei bis drei Jahren mit einem Etzellehrpfad eine beinahe lückenlose Übersicht der Anlagen aus dem zweiten Weltkrieg geboten werden kann. In greifbare Nähe ist, dank zweier grosszügiger Sponsoren, der Erwerb des Hauptartilleriebeobachtungspostens der 7. Division mit drei dazugehörigen Bunkern, der A 7107 Etzel-Kulm, gerückt, so Bruno Frick. Wie beim Militär, so ist aber auch das Budget der Stiftung klein. Mit der „freiwilligen Militärsteuer“ von Fr. 30.-/Jahr in Form eines Beitritts zum Freundeskreis, können Interessierte massgeblich den Einsatz und die Arbeit der Werksgruppen innerhalb der Stiftung unterstützen. (Nähere Informationen am Ende dieses Artikels.)
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| Die engagierten Mitglieder der Werksgruppe Etzel. |
Bruno Frick, Präsident der Stiftung Schwyzer Festungswerke. |
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Die Bedeutung und der Einsatz der beiden Festungsanlagen
Ausführlich referierte Werner Pfenninger über die Geschichte der Anlagen und verdeutlichte anhand von Fotos, Übersichts- und Grundrissplänen ihre Bedeutung. Im August 1940 wurde die 6. Division, bisher im Abschnitt Limmattal eingesetzt, dem damaligen 4. Armeekorps unterstellt und übernahm gemäss dem Operationsbefehl vom 14.09.1940 den Frontabschnitt vom Sihlgraben Etzel bis zum Zuger- und Vierwaldstättersee. Innerhalb dieses Dispositives hatte die Sperre Schindellegi die Aufgabe, den gegnerischen Durchbruch mit mechanisierten Mitteln und Infanterie aus dem Zürichseegebiet über die Sihl in Richtung Innerschweiz zu verhindern. Der zweistöckige Bunker Schindellegi 6 (A 7149), bestehend aus je einem Vor- und Kampfraum, sowie zwei Beobachtungs- und Maschinengewehrständen, sollte im Ernstfall mit seinen Maschinengewehren anrückende Infanterie im Raum Friesschwand und aus Richtung Schindellegi vernichten. Der ebenfalls zweistöckige Bunker Kaltenboden 2 (A 7147) hatte die Aufgabe, mit seiner 7,5 cm Kanone 03 angreifende Panzer südlich der Bahnlinie zu stoppen und zu vernichten.
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| Werner Pfenninger referierte über die Bedeutung der beiden Bunker. |
Übersicht der Bunkeranlagen im Raum Schindellegi. |
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Die ersten Schüsse im Leben der 7,5 cm Kanone 03
Mit diesem Hintergrundwissen ausgerüstet, wurden die Gäste mit acht Jeeps und einem Dodge des Willys Club Allenwinden originell und stilgerecht von der alten Säge zu den beiden Bunkern gefahren. Interessiert verfolgten sie die fachkundigen Erklärungen über die Bewaffnung und viele staunten über die einfache und enge Unterbringung der damals stationierten Soldaten. Nicht wenige waren danach sehr froh, dass der Einsatz im zweiten Weltkrieg letztendlich nicht stattfinden musste, auch wenn man bestens für den Ernstfall gerüstet war. Der Höhepunkt waren die Schüsse aus der erstmals im Einsatz stehenden 7,5 cm Kanone 03 im Bunker Kaltenboden 2, eine von insgesamt vier im Raum Schindellegi/Biberbrücke. Gespannt warteten die Besucher, von der Werksgruppe Etzel vorsorglich mit Gehörschutz versorgt, hinter der Absperrung. Paul Hardegger, Oberleitung Werke, gab mit militärisch korrekten Befehlen als Kommandant die Feuerfreigabe an den Bunker weiter, dann als Geschützführer den Schiessbefehl an die Geschützmannschaft. Wenige Sekunden später folgte der weithin hörbare Knall aus der Kanone, spektakulär von einer riesigen Qualmwolke begleitet. Das ’Ziel’, ein imaginärer angreifender Panzer im Raum Krete Schindellegi wurde verfehlt, eine Nachkorrektur erforderlich. Der zweite Schuss war erfolgreich, der Panzer zerstört.
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| Stilgerecht und originell fahren Paul Hardegger (li) und Thomas Landolt mit dem Jeep des Willys Clubs zu den Bunkern. |
Aufmerksame Zuhörer bei der Kanone 03 im Bunker Kaltenboden 2.
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Besonderer Dank allen Helfern und Sponsoren
Wieder zurück in der alten Säge wurden die beeindruckten Gäste mit einem feinen ’Spatz’ belohnt, gekocht in der holzbefeuerten Gulaschkanone. Laut Aussagen von ehemaligen Soldaten war dieser ’Spatz’ allerdings um Längen besser als der in der Armee servierte Pot-au-feu. Dies lag zum einen an der Menge des Fleisches und zum anderen wohl am deutlich jüngeren Jahrgang der verwendeten Kuh, schmunzelten sie. Paul Hardegger bedankte sich bei allen Helfern und Sponsoren mit einem ganz besonders für diesen Tag gefertigten Andenkens. Eine Skulptur aus der für die Region urtypischen Gesteinsformation Nagelfluh, auf dem die Etzelbunker stehen. Ein Quarzkristall vom Planggenstock/Göschener Alp und das Signet der Stiftung machten dieses Erinnerungsstück perfekt.
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| Dem Spatz so richtig einheizen. |
Origineller Dank und Erinnerung an die Einweihung in Schindellegi. |
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Hochbetrieb in Festwirtschaft und am Grillstand
Ab 14 Uhr standen die alte Säge, mit einer Ausstellung einer 9 cm Panzerabwehrkanone und Maschinengewehren verschiedensten Alters, darunter ein wassergekühltes, und die beiden Bunker für die Bevölkerung offen. Über 400 Besucherinnen und Besucher liessen sich diese Gelegenheit nicht entgehen und wurden vom Willys Club im Dauereinsatz mit den Jeeps und einem Dodge vom Dorf zu den Bunkern gefahren. Mit weiteren vier Schüssen kam die Kanone 03 an diesem Nachmittag wohl für lange Zeit zum letzten Mal zum Einsatz, für eine Besichtigung steht sie selbstverständlich auch weiterhin zur Verfügung. Zurück in der alten Säge konnten sich die fleissigen Helfer der Festwirtschaft und des Grillstandes über mangelnden Einsatz nicht beklagen. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um einmal gemütlich bei einem Glas Wein zusammen zu sitzen und Erinnerungen und Erfahrungen auszutauschen.
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| Ausstellung von Waffen aus verschiedenen Zeiträumen. |
Zu Fuss oder mit Jeep zu den einzelnen Bunkern. |
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Wie können Sie die Stiftung Schwyzer Festungswerke weiter unterstützen?
Für den Betrieb und den weiteren Ausbau unserer Festungsanlagen im Kanton Schwyz (zunächst primär im Gebiet "Etzel") benötigen wir weiterhin Ihre Unterstützung. Helfen Sie uns, indem Sie
a) Passivmitglied (Jahresbeitrag Fr. 30.-) im Freundeskreis oder Gönner mit allgemeiner Unterstützung der Stiftung werden.
Kontakt: Hanspeter Schenk, Bennau, Stiftungsrat Ressort Freundeskreis, E-Mail: freundeskreis@schwyzer-festungswerke.ch.
b) Aktivmitglied werden, welches bei Instandstellungs- und Unterhaltsarbeiten sowie Führungen in den Werken und Bunkern mitmacht (Aktivmitglieder bezahlen keinen Jahresbeitrag) oder
c) Sponsor für die Übernahme von Kosten für Material, Ausstattung einzelner Räume in den neuen Werken oder ganzer Bunkeranlagen werden.
Kontakt Aktivmitglied oder Sponsor: Paul Hardegger, Sattel, Stiftungsrat Ressort Oberleitung Werke, E-Mail: werkschef@schwyzer-festungswerke.ch
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| Gute Zusammenarbeit (von li): Sepp Grob, Präsident Willys Club und Hansruedi Kamer, Chef der Werksgruppe Etzel. |
Nichts geht über einen selbstgemachten "Spatz".
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